Online oder offline – viele berufstätige Eltern stellen sich diese Frage, bevor sie mit einem Mental Coaching starten. Die ehrliche Antwort: Beide Formate funktionieren gut. Entscheidend ist nicht der Ort, sondern die Bereitschaft, sich wirklich auf Veränderung einzulassen. Was das konkret bedeutet – und worauf du achten solltest – erkläre ich dir hier aus meiner eigenen Coaching-Praxis.
Online-Coaching: zeitlich flexibel
Der grösste Vorteil von Online-Coaching ist die zeitliche Flexibilität. Als Mental Coach für berufstätige Eltern betreue ich Klientinnen und Klienten aus der gesamten Deutschschweiz – und nicht nur aus der Region Zürich. Online-Coaching macht das möglich, ohne dass ein Reiseweg anfällt. Das schlägt sich direkt im Alltag nieder: Statt einer 90-minütigen Session plus 45 Minuten Anreise bleibt es bei den 90 Minuten. Für Eltern mit engem Terminkalender ist das ein echter Unterschied.
Interessant dabei: Manche Klientinnen und Klienten wohnen in der Nähe und bevorzugen dennoch das Online-Format. Andere wiederum fahren über eine Stunde, obwohl ich auch online verfügbar wäre. Das Format wird also weniger von der Distanz bestimmt als von den persönlichen Präferenzen – und das ist auch gut so.
Funktioniert Hypnose und iEMDR auch online?
Diese Frage höre ich oft – und sie ist berechtigt. Meine klare Antwort: Ja, sehr gut sogar.
Hypnose und iEMDR, mit den entsprechenden Tools, funktionieren im Online-Setting ausgezeichnet. Für NLP-Übungen, bei denen räumlich gearbeitet wird, verwende ich eine Kamera, die mir durch den Raum folgt. So kann ich Übungen demonstrieren und die Umsetzung ist auch online präzise möglich.
Was online nicht möglich ist: bestimmte haptische Reize, die ich normalerweise von aussen eingebe – etwa ein Anker auf der Schulter. Im Online-Setting lösen die Klientinnen und Klienten solche Reize selbst aus. Das klingt nach einem Nachteil, ist aber in der Praxis oft genauso wirksam. Und es fördert die Selbstwirksamkeit bereits in der ersten Anwendung.
Ob eine Coaching-Session wirkt, hängt also weniger davon ab, ob man vor einem Bildschirm oder im gleichen Raum sitzt – entscheidend ist die Bereitschaft, sich auf Veränderung einzulassen. Das gilt online wie vor Ort gleichermassen. Aktuelle Studien bestätigen das: Online-Coachings zeigen in der Wirksamkeit keine signifikanten Unterschiede zu Präsenz-Formaten.
Vor- und Nachteile im direkten Vergleich
| Online Coaching | Präsenz-Coaching | |
|---|---|---|
| Zeitaufwand | Nur die Sitzung selbst | Sitzung + Reisezeit |
| Erreichbarkeit | Gesamte Deutschschweiz | Region Zürich / Adliswil |
| Nonverbale Wahrnehmung | Eingeschränkt, aber gut möglich | Vollständig (Gestik und Mimik) |
| Haptische Methoden | Selbst ausgelöst | Auch durch Coach möglich |
| Erste Sitzung | Möglich, aber Präsenz bevorzugt | Ideal |
Was du für eine gute Online-Sitzung brauchst
Online-Coaching funktioniert nur dann gut, wenn das Setting stimmt. Alle meine Klientinnen und Klienten erhalten deshalb vor der ersten Session eine Checkliste mit allen wichtigen Punkten – inklusive dem, was bei einer instabilen Internetverbindung oder gar einem Verbindungsunterbruch mitten in einer Hypnose zu tun ist.
Der wichtigste Punkt: Während der Sitzung vollständige Ruhe. Wer davon ausgeht, dass jederzeit ein Kind ins Zimmer rennen könnte, kann innerlich nicht vollständig loslassen. Gerade bei Hypnose-Sessions entfaltet sich die Wirkung nur dann richtig, wenn der Geist nicht auf Abruf ist.
Was zusätzlich hilft:
- 15 Minuten Puffer vor dem Start – nicht gehetzt auf die Minute einwählen
- Ein kurzer Spaziergang oder eine Atemübung davor
- Ein ruhiger, möglichst vertrauter Ort
Das halte ich selbst auch so: Vor jeder Sitzung plane ich mindestens 30 Minuten Ruhezeit ein, um mich auf die neue Person einzustellen. Das bin ich meinen Klientinnen und Klienten schuldig.
Wann ein Präsenz-Coaching mehr Sinn macht
Ich empfehle, wenn möglich die erste Sitzung vor Ort zu absolvieren. Das persönliche Kennenlernen erleichtert die weitere Zusammenarbeit. Gestik und Mimik lassen sich im gleichen Raum noch klarer wahrnehmen, und der Coaching-Prozess gewinnt an Tiefe, wenn beide Personen den Raum gemeinsam erleben.
Trotzdem: Der Ort ist nicht das Entscheidende. Die Wirkung des Coachings entfaltet sich am besten dort, wo du dich wohl fühlst – ob das mein Coaching-Raum in Adliswil bei Zürich ist, dein Homeoffice oder ein ruhiger Meetingraum im Büro.
Fazit: Format ist Mittel, nicht Zweck
Beide Formate sind wirkungsvoll. Online-Coaching bietet mehr zeitliche Flexibilität und ermöglicht individuelle Coachings unabhängig vom Standort. Präsenz-Coaching schafft einen direkten persönlichen Kontakt, der besonders zu Beginn einer Zusammenarbeit wertvoll sein kann. Viele Klientinnen und Klienten kombinieren beides – und finden damit genau das Modell, das in ihren Alltag passt.
Wenn du unsicher bist, welches Format für dich das richtige ist: Das klären wir gerne im kostenlosen Kennenlerngespräch.
Weiterführende Informationen / Studien:
- Pfeifer R., Lahmann C. et al. (2025): «Online vs. Face-to-Face group coaching to promote mental health» – zeigt am Beispiel eines etablierten Coachingprogramms, dass Online- und Präsenz-Coaching vergleichbare positive Effekte auf die psychische Gesundheit erzielen. pmc.ncbi.nlm.nih.gov
- Andersson G. et al. / Hedman-Lagerlöf E. et al. (2018/2023): Metaanalyse mit 20 Studien und 1’418 Teilnehmenden – Online- und Präsenzformat erzielen statistisch gleichwertige Ergebnisse (Hedges g = .05). pubmed.ncbi.nlm.nih.gov


